Ist investieren an der Börse gefährlich? Emotionen beim Investieren

Emotionen - Photo by Lubo Minar on Unsplash

Emotionen – Photo by Lubo Minar on Unsplash

Dieses Jahr läuft es ja nicht so rund an der Börse. Im letzten Jahr konnte ich eine gute Rendite einfahren, aber in diesem Jahr bewegt sich die Börse eher horizontal. Ist Geld anlegen an der Börse eine schlechte Idee? Sollte ich lieber ein Haus kaufen?

Emotionen beim Abwärtstrend der Börse

Lustigerweise habe ich zeitlich ziemlich genau vor dem „Börsenabsturz“ im letzten Monat den Blogeintrag Crash und Krisen: Angst vor der Zukunft? veröffentlicht. Das hätte zeitlich ja gar nicht besser sein können! Gut, zugegebenermaßen war das kein Crash, sondern nur eine leichte Korrektur. Aber dennoch ein ungewohntes Bild, nach einer so langen Zeit an der Börse in der es steil nach oben ging.

Wie ging es mir dabei? Ehrlich gesagt hat mich das nicht weiter gejuckt! Ich habe mich sogar ein wenig gefreut, dass ich jetzt die Fonds etwas günstiger bekomme. Es hat mich schon überrascht, dass mich der Kursrückgang überhaupt nicht gekratzt hat. Das hat aber meiner Meinung nach mit 3 Dingen zu tun:

  1. Ich besitze Anteile an Unternehmen, hier steckt ein Wert dahinter. Mehr dazu auch in dem oben verlinkten Blogeintrag.
  2. Das Geld brauche ich gerade eh nicht und es ging ja auch nicht weit hinunter. Ich investiere ja mit einem langen Zeithorizont.
  3. Außerdem bekomme ich mehr Fondsanteile für das gleiche Geld.

Meine Vorsorge für den Krisenfall

Wie immer so schön gesagt wird ist es nicht die Frage OB ein Crash kommt, sondern WANN. Und dafür habe ich vorgesorgt. Denn natürlich weiß ich nicht, wie ich einen richtigen Crash verkraften werde. Also habe ich folgende Vorsichtsmaßnahmen getroffen:

  1. Ich interessiere mich auch weiterhin für das Investieren und bilde mich weiter. Je mehr Wissen ich zu dem Thema habe, desto ruhiger werde ich. Hier zählen natürlich auch die im oben verlinkten Themen mit hinein.
  2. Ich habe einen Sparplan eingerichtet. Es ist nämlich durchaus schwierig zu kaufen, wenn alles in einem schreit „verkauf den Mist!!!“.
  3. Ich folge dem Blog vom Jim Collins – the Godfather himself! Er hat bereits einen Blogeintrag geschrieben den er veröffentlichen wird sobald es zu einem Crash kommen soll. Sich bei anderen umzusehen und sich versichern zu lassen, dass man das richtige tut ist in solchen Zeiten sicher Gold wert! Nicht das wir uns von unseren Emotionen überrennen lassen.
  4. Wenn ich doch Angst bekomme, dann plane ich einfach meinem Freund meine Karte zur Aufbewahrung zu geben. Dann kann ich den Sparplan nicht mehr ändern.

Jetzt ist doch ein guter Zeitpunkt zum Kaufen, oder?

Ein Freund fragte mich neulich, ob jetzt nicht ein guter Zeitpunkt zum Kauf wäre. An sich kann man das so sehen. Allerdings weiß ich auch, dass diese Person keine richtige Strategie hat und meiner Meinung nach auch zu viel Angst hat das Geld zu verlieren. Und das ist eine ganz schlechte Kombination. Außerdem kennt er sich mit der Börse nicht gut aus. Punkt 1 meiner Krisenvorsorge ist ja, dass ich möglichst viel Wissen anhäufe und informiert an der Börse einkaufe. Es gibt ja viele Personen, die Einzelaktien kaufen, weil Börse.de oder ein guter Freund eine Empfehlung ausgesprochen hat. In diesem Fall habe ich aber dann die Aktie nicht aus eigener Überzeugung gekauft. Ich habe kein Wissen über die Firma oder den Fonds, wenn ich mich nicht ausführlichst damit beschäftige. Dementsprechend wird mein Vertrauen in den Wert bei einem Crash natürlich viel schneller weg sein. Jemand der sich mit dem Unternehmen und der Strategie vorher ausführlich beschäftigt hat, hat hier eine ganz andere Basis! Deshalb bin ich auch so vorsichtig jemandem zu sagen was er oder sie zu tun hat. Möchte man investieren, dann sollte man gewillt sein, zu lernen.

Die Börse geht immer nach oben

Neulich habe ich was spannendes gefunden: Das Renditedreieck vom DAX. Ich will damit jetzt bei weitem nicht sagen, dass man einen Fonds auf den DAX besparen soll. Meiner Meinung nach ist das zu wenig diversifiziert. Trotzdem ist es interessant sich das Renditedreieck anzusehen. Das Deutsche Aktieninstitut hat hier ein PDF herausgegeben mit den Zahlen des Renditedreiecks für den DAX bis Ende 2017. Diese Darstellung ist genial. Hierbei handelt es sich um einen Sparplan der monatlich ausgeführt wird. Im Mittel wurde eine jährliche Rendite von 6,8% erwirtschaftet. In der Darstellung sieht man die Krisen wo die Rendite ins dunkelrote, also ins starke Minus geht. Je länger der Anlagehorizont, desto mehr gleichen sich die Renditen an. Das hat mit der Regression zum Mittelwert zu tun.

Natürlich betrachtet dieses Renditedreieck nur die Vergangenheit. Kurse können wir aber aus der Vergangenheit nicht ableiten. Wir können aber sehr wohl sehen, was die Krisen für Auswirkungen haben: über einen langen Zeitraum nämlich so gut wie keinen! Deshalb nehme ich an, dass Krisen in der Zukunft ähnlich aussehen können. Für den Dow Jones haben wir ja Zahlen die weitaus länger zurück reichen und auch die beiden Weltkriege, die Rezession in Deutschland und die Great Depression in den USA mitgemacht hat. Ich denke wenn der Börsenkurs soetwas überlebt hat, dann wird er die nächste Krise auch überstehen.

Interessant sind übrigens auch die Unterschiede zwischen einem Sparplan und einer Einmalanlage. Wer Interesse hat, kann sich die Renditedreieck für den DAX mal hier ansehen:

Weißt du, wie die Differenzen zustande kommen? Es gib eine einfache Erklärung…

tl;dr

Rein emotional gesehen sind wir sehr schlecht ausgerüstet an der Börse zu investieren, da wir bei hohen Preisen psychologisch gesehen kaufen, und bei niedrigen verkaufen wollen. Das wäre allerdings finanziell gesehen der Super-GAU.

Deshalb: Wissen ist Macht! Ein abgedroschener Spruch, aber er passt hier hervorragend. Wer sich viel Wissen über Finanzen, Investieren und Geld aneignet, der wird viel souveräner mit einer Krise umgehen können. Sich auf die Krise mental vorzubereiten und ein paar vorsorgende Sicherungen einzubauen ist daher nicht schlecht!

Wie sorgst du für den Krisenfall „Börse“ vor?

08. November 2018 von Ms. Maxi
Kategorien: Finanzen, Investieren | Schlagwörter: , , | 1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Hallo MsMaxi,
    meine Lösung für die unruhige Zeiten ist ein Portfolio von 2 bis 4 Indizien, die nachgekauft (rebalanciert) werden sobald man wieder Kohle hat, mindestens aber 1 mal pro Jahr. Es können Aktien oder Bonds sein, Hauptsache mit wenig Kosten.
    Vielleicht könntest Du / könnten wir einen Artikel schreiben was die 2 – 4 Indizien sein können und welche ETFs sich dafür auf dem deutschen Markt anbieten?
    LG

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