Termin bei der Deutschen Rentenversicherung

Deutsche Rentenversicherung - Photo by Khachik Simonian on Unsplash

Deutsche Rentenversicherung – Photo by Khachik Simonian on Unsplash

Die Deutsche Rentenversicherung bietet Beratungen an. Vor einigen Monaten habe ich mir einen Termin bei der Deutschen Rentenversicherung besorgt. Warum? Meine Rente ist doch eh noch so lange hin und ich glaube eh nicht daran noch irgendwas vom Staat zu bekommen wenn ich 67 bin…

Mein Termin bei der Deutschen Rentenversicherung

Nach 2,5 Monaten warten war es endlich so weit. Bewaffnet mit meinen Unterlagen (letzte Rentenbescheide, letzte Lohnsteuerbescheide, Personalausweis und einer langen Liste von Fragen) bin ich zu meinem Termin gegangen. Wiedererwarten habe ich eine Menge gelernt:

Stimmen meine Rentenansprüche?

Der sogenannte Kontenabgleich hat ergeben, dass ich 2 Lücken habe. Eine Lücke konnte ich erklären, das waren 2 Monate zwischen Abi und meinem Studium. Die andere Lücke von einem Jahr konnte ich auch erklären, hier fehlen nämlich Unterlagen. Gut also, dass ich hin gegangen bin, ich bekomme nämlich sogar etwas mehr Geld als auf meinen Unterlagen steht. Diese Unterlagen muss ich dann noch nachreichen. Das sollte aber relativ schnell gehen.

Was passiert, wenn ich Krank werde?

Wenn ich als Arbeitnehmer längerfristig ausfalle – etwa wegen einem Burnout oder einem Unfall – dann zahlt die Krankenkasse irgendwann nicht mehr, und ich erhalte das Geld von der Deutschen Rentenversicherung. Die Summe ist auch auf dem Rentenbescheid ausgewiesen.

Für solche Umstände lohnt es sich, eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Aus diversen Gründen kann ich eine solche aber nicht abschließen. Deshalb wollte ich hier genau nachfragen.

Der auf dem Rentenbescheid angegebene Betrag ist der Brutto-Betrag, der mir dann zur Verfügung steht. Hier müssen dann noch Krankenkasse, Pflegeversicherung und die Steuer abgezogen werden. Mit einem beliebigen Brutto-Netto-Gehalsrechner kann ich also ausrechnen, wie viel mir davon übrigbleibt. Glücklicherweise kann ich mit der Netto-Summe meine kompletten Fixkosten und Lebensmittel bezahlen. Große Sprünge sind dann aber natürlich nicht mehr drinnen.

Ich möchte früher in Rente gehen, geht das?

Ja, das geht. Hier gibt es aber verschiede Modelle:

  1. Ich gehe mit 67 in Rente
  2. Ich gehe mit 62+ in Rente und zahle Abschläge (0,2% pro Monat)
  3. Ich arbeite insgesamt 45 Jahre und kann dann mit 65 Jahren ohne Abschläge in die Rente gehen
  4. Ich gehe wann ich möchte in Rente und finanziere die Lücke bis 67 selber

Insbesondere ist natürlich letzteres für mich interessant, da ich nicht vorhabe bis 62 zu arbeiten.

Was passiert, wenn ich mich selbstständig mache? Muss ich dann nicht mehr in die Deutsche Rentenversicherung einzahlen?

Tja, ich habe angenommen, dass wenn ich mich komplett selbstständig mache (Hauptberuflich also, und nicht nebenberuflich), dass ich dann auch nicht mehr in die Rentenversicherung einzahlen muss. So einfach ist das leider nicht. Wenn ich mich selbstständig mache, dann muss die Versicherung prüfen, ob ich noch einzahlen muss oder nicht. Genau konnte mir der Berater allerdings nicht sagen wann ich dann zahlen müsste und wann nicht. Da sind andere Beamte für zuständig.

Sonstige Infos

Tja, irgendwann ist mir herausgerutscht, dass ich ja dann eh nichts mehr bekomme, wenn ich so alt bin. Da entgegnete mir der Berater das „Merkel die Rente bestätigt hätte – nur die Höhe eben nicht“.

Ja was hilft mir es denn, wenn ich mit 67 1€ Symbolische Rente beziehe? Eben – nichts! Je mehr ich für mich selbst Vorsorge, desto besser werde ich es dann im Alter einmal haben. Selbst ist die Frau!

Und der Berater bestätigte mir auch, dass viele Menschen die sich (zu große) Häuser kaufen, finanziell für die Zukunft nicht sehr gut aufgestellt sind. Also auch hier: Augen auf beim Kauf!

Zu guter Letzt hat er mir noch eine Beratung für die Rentenlücke nahegelegt. Erst war ich dem ziemlich abgeneigt, aber jetzt denke ich doch, dass ich es machen werde. Denn ich bin sehr unzufrieden mit meiner Riester-Rente und habe auch das Gefühl (gut, die Gefühle basieren auf einigen Fakten), dass sich meine betriebliche Altersvorsorge nicht wirklich weiterbringt. Und die Beratungen sind kostenlos.

tl;dr

Die Beratung hat doch echt eine Stunde gedauert. Ich habe mehr Informationen bekommen als ich vorher erwartet habe. Ich war positiv überrascht von dem Service der Deutschen Rentenversicherung.

Deshalb kann ich auch nur jedem empfehlen: Suche nach „Deutsche Rentenversicherung“ und deiner Stadt, mach einen Termin und schreibe dir alle Fragen auf die du hast. Günstiger kannst du keine Beratung bekommen wo dir niemand irgendein Produkt aufschwatzen möchte!

18. Oktober 2018 von Ms. Maxi
Kategorien: Finanzen | Schlagwörter: | 2 Kommentare

Kommentare (2)

  1. Hallo MsMaxi,
    Dein Beitrag kommt wieder passend für mich – ich habe auch Lücken und wurde um die Klärung gebeten. Sag mal was ist mit dem Studium in Deutschland? Zählt es irgendwie zur Rente?
    BUV – ich habe mich mit dem Thema vor 15 Jahren auseinandergesetzt – damals konnte ich es problemlos abschließen. Ich kann nur davon abraten. In einer idealen Welt wäre das eine tolle Idee. Ich brauche das Geld aber wenn ich sowieso machtlos im Bett liege (e.g. querschnittsgelähmt). Was tue ich wenn die Versicherung statt Geld mir ein Din A4 Schreiben mit Ausreden schickt? Wie bringe ich die Versicherung zum Zahlen? Für die ist der Eintrittsfall ein enormer Verlust und die können sich bessere Anwälte leisten als ein mittelloses Unfallopfer das sich nicht mal ordentlich bewegen kann. Wir trauen dem Deutschen Staat nicht dass die Rente i.O. ist – und ich soll einem Großunternehmen vertrauen? Ich empfehle hier als Gegengift den Film „Der Regenmacher“ von 1997.
    LG

    • Hallo Sigmund,
      Ja, die Ausbildung (Schule, Studium etc.) zählen ab dem 17. Geburtstag dazu. Das wird etwas kompliziert mit irgendwelchen Punkten ausgerechnet, wie viel man durch das Studium dann erhält.
      Soweit ich weiß gibt es für die BUs auch Tests, wobei getestet wird welche Anbieter wie oft auch wirklich etwas auszahlen. Aber das ist in der Tat ein bekanntes Problem. Ich habe auch gelesen, dass häufig „Einspruch“ eingelegt werden muss um das Geld dann auch tatsächlich zu erhalten. In dem Fall, dass es einem so schlecht geht, dass man BU erhalten würde ist das sicher häufig utopisch.
      Grundsätzlich ist Geld immer Vertrauenssache. Ich glaube da ist es egal, wo man das Geld im Enteffekt hin bringt. Wir haben ja durch das Fiat-Geld keinerlei Wert mehr hinter den Geldscheinen.
      Danke auch für deinen Film-Tipp! Das klingt spannend!
      Liebe Grüße
      Ms. Maxi

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