Warum ich keine Minimalistin werde

Minimalismus

Minimalismus von Unsplash

Minimalismus ist für mich ein Tool um damit gewisse Ziele zu erreichen. Dennoch sehe ich mich nicht als Minimalistin. Warum?

Minimalismus – Was ist das?

Spätestens seitdem Marie Kondo mit ihrer Konmari Methode in Deutschland für Wirbel gesorgt hat geht es darum möglichst minimalistisch zu leben. Es gibt Menschen die mit weniger als 100 Sachen leben und damit auch glücklich sind. Der Artikel soll jedoch nicht darin ausarten zu erklären was Minimalismus ist, sondern vielmehr verstehen was dahinter steckt, wie man dazu kommt und was es für Vor- und Nachteile gibt. Schlussendlich führt dies geradezu auf den Punkt hin, warum ich keine Minimalistin bin.

Wie kommt man dazu Minimalistin zu werden?

Minimalismus ist Mode. Erst hat der Nachbar sich den neuen BWM, 50 Zoll Flachbildfernseher, KitchenAid, Termomix, Staubsauger-Roboter, <setzt hier weitere Luxusartikel ein> gekauft um dann im nächsten Monat die Hälfte der Sachen wieder hinaus zu werfen – oder noch schlimmer weg zu werfen. An etwas Luxus ist nichts auszusetzen, ich möchte hier nur Kritisieren das ein blindes Konsumieren von immer mehr Luxusgütern uns und die Umwelt schadet. Genau das denke ich ist auch der Punkt, warum Minimalismus so populär geworden ist. Den Menschen, insbesondere der jüngeren Generation, reicht der Materialismus. Wir haben eine Überflussgesellschaft. Deshalb sehnen wir uns nach Simplifizierung. Ich brauche keine 26 verschiedenen Marmeladensorten im Regal, ich brauche keine 256 verschiedenen Toilettenpapiersorten. Wir fühlen uns von der Fülle an materiellen Gegenständen überrollt.

Unser gesellschaftlicher Wohlstand gepaart mit dem Marketing führt dazu, dass wir immer mehr Besitztümer anhäufen. In meinem Blogeintrag Wie ich zum Minimalismus gefunden habe  beschreibe ich, wie ich dazu gekommen bin so viele Gegenstände zu besitzen. Die Personen, mit denen ich gesprochen habe, die haben mir zu 100% zugestimmt, dass der Minimalismus befreiend ist. Simplifizieren und ausmisten, das wirft nicht nur Dinge aus der Wohnung, sondern befreit auch Geist und Seele.

Nur wie es häufig so ist, schießt der Minimalismus meiner Meinung nach ein wenig über das Ziel hinaus. Es mag Menschen geben, die mit 66 Gegenständen glücklich werden. Das dürften aber die wenigsten von uns sein. Vielmehr finde ich es wichtig sich wohl zu fühlen, und sich nicht auf eine Zahl zu reduzieren. Ich würde mich beispielsweise in einer Wohnung mit nur einer Matratze, einem Tisch und 2 Stühlen nicht wohl fühlen. Sie wäre mir viel zu unpersönlich.

Die Vor- und Nachteile vom Minimalismus

Jeder darf so leben wie er oder sie möchte. Minimalismus ist einfach nur eine Form nach der man sein Leben gestalten kann. Minimalismus gibt Struktur, Anleitung und reduziert auf das Wesentliche. Minimalismus führt dazu, das wir uns mit dem beschäftigen müssen was uns wichtig ist. Wir müssen priorisieren. Das Leben wird wieder einfacher, der Stress lässt nach.

Durch die Priorisierung kaufen wir weniger Güter. Das kommt zum einen dem Planeten zu gute. Wir kurbeln den Klimawandel nicht noch weiter an. Zum anderen können wir durch die Einsparungen auch mehr Geld sparen, oder die Arbeitszeit reduzieren.

Nachteile hat der Minimalismus meiner Meinung nach nicht inhärent. Der Minimalismus wird dann zum Nachteil, wenn man es übertreibt. Aber das ist ja mit allen Dingen so. Des Weiteren kann der Minimalismus dann ein Konfliktpotential bilden, wenn andere Menschen darunter zu leiden haben. Beispielsweise in einer Familie. Wie Marie Kondo hier schon vorschlägt: als gutes Beispiel voran gehen, aber nicht den anderen die eigene Wahrheit aufzwingen.

tl;dr oder warum ich keine Minimalistin bin

Ich bin keine Minimalistin, weil ich Minimalismus als Tool betrachte. Der Minimalismus hilft mir, meinen Alltag simpler zu gestalten und mich mehr auf meine Prioritäten zu fokussieren. Dank dem Minimalismus fühle ich mich in meinem Zuhause wieder richtig wohl. Ich achte auch viel Stärker darauf, was ich kaufe. Beispielsweise bei Kleidungsstücken: hier achte ich sehr auf Qualität und kaufe das Stück nur, wenn es mir auch wirklich richtig gut gefällt. Jetzt habe ich eine Garderobe die viel kleiner ist als vorher, aber fast ausschließlich nur noch mit Lieblingsstücken. So macht es Spaß sich anzuziehen!

Eine Sache sehe ich komplett anders. Ich würde von mir behaupten, das ich mehr am Wert interessiert bin, als am Minimalismus. Am Maximieren von dem was ich habe. Ich habe mehrere Hobbies, für die ich zum Teil doch eine gute Auswahl an Gegenständen für die Ausübung besitze. Hier achte ich durch den Minimalismus auch darauf, was ich wirklich brauche/haben möchte. Aber für mich ist es komplett in Ordnung 2 Kisten mit Stoffen und 2 Nähmaschinen zu haben. Etwas, das meiner Meinung nach bei einer „richtigen“ Minimalistin nicht zu finden ist.

Deshalb mein Rat: schau dir die Tools an und schneidere dir deine eigene Lösung! Ich profitiere viel vom Minimalismus, aber auch viel von anderen Lebensweisen. Gestalte dein Leben aktiv selbst, du hast es in der Hand!

Zu guter Letzt noch ein Tipp: Schau dir mal an, was man mit der Stuff Cloud alles außerhalb der eigenen 4 Wände lagern kann!

 

23. August 2018 von Ms. Maxi
Kategorien: Minimalismus, Philosophie | 4 Kommentare

Kommentare (4)

  1. Minimalismus ist leider nicht mit dem Vermögensaufbau zu vereinbaren. Wenn ich selber mein Fenster, Fahrrad, Kopfhörer etc. reparieren können möchte, muss ich meine Werkzeugkiste(n) haben. Ich kaufe auch Sachen auf Vorrat wenn ich die grade billig kriegen kann.
    Ein Minimalist nutzt seine Geldbörse, ich sorge vor.

    • Hallo Sigmund,
      Ja, das sehe ich genauso. Ich versuche mir viel zu leihen. Aber Werkzeug ist ein sehr gutes Beispiel: Wir haben auch relativ viel. Zu viel um genau zu sein. Und hier nutze ich dann den Ansatz vom Minimalismus um etwas Ordnung zu schaffen…
      Wir haben auch eine Vorratskammer – echt ein Luxus. Und da stehen auch viele Lebensmittel. Ich finde es auch schon bedenklich, dass die meisten Menschen nicht mal mehr eine Woche zu Hause ohne Lebensmittel-Nachkauf überleben können. Und das finde ich insbesondere bei den Minimalisten die ich zum Teil kennen gelernt haben sehr bedenklich. Es muss ja nur mal der Strom ausfallen, und dann?
      LG
      Ms. Maxi

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