Update zum Thema Riesterrente – ja oder nein?

Akten by Samuel Zeller - Unsplash

Akten by Samuel Zeller – Unsplash

Vor ungefähr 1,5 Jahren habe ich schon einen Post über die Riesterrente veröffentlicht. Ihr könnt ihn hier nachlesen.

Inzwischen habe ich mir einige Gedanken zu dem Thema gemacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich wenn ich nocheinmal anfangen würde, keine Riesterrente mehr abschließen würde. Wie kommt das?

Meine Erfahrungen mit der Riesterrente seit 2011

Im Sommer 2011 habe ich angefangen zu Riestern. Genau noch vor der Umstellung von den 62 Jahren auf 65 Jahre. Das heißt ich darf meine Riesterrente schon mit 62 anfangen zu nehmen. Wie bin ich damals vorgegangen? Ich habe mir die Stiftung Warentest Zeitschrift zum Thema „Riesterrente“ gekauft und habe sie mir laut von vorne bis hinten durchgelesen. Laut deshalb, weil ich sonst ganze Absätze übersprungen hätte, so langweilig fand ich es. Und in der Tat, es hat sich auch viel Inhalt wiederholt. Allerdings hat mich das wirklich auch weiter gebracht. Ich bin anschließend zu einem Finanzberater gegangen und habe so getan als wüsste ich nichts. Er hat mich dann auch ordentlich beraten und ich habe eine Riesterrente abgeschlossen.

In den Anfangsjahren habe ich noch nicht die Maximalsumme angelegt, sondern nur die Summe die ich benötigte um meinen staatlichen Zuschuss von 154 Euro pro Jahr zu erhalten. Die Summe habe ich dann angepasst, bis ich auf die Maximalsumme gekommen bin.

Das heißt ich bin jetzt schon einige Jahre dabei. An der Börse bin ich jetzt aber erst seit 1,5 Jahren. Das heißt ich habe mir in den letzten 2 Jahren viel mehr Wissen angeeignet. jetzt habe ich auch die Möglichkeit meine Riesterrente mit meinem Portfolio zu vergleichen. Und was kann ich da sagen: Mein MSCI World hat fast 8% Rendite erwirtschaftet, und der MSCI Emerging Markets sogar fast 21%. Insgesamt waren das ungefähr 10% über mein gesamtes Portfolio. Wie kann man da Geld an der Börse verlieren?

Frag meinen Riesteranbieter, der weiß wie! Ich bin fast vom Stuhl gefallen als ich meinen diesjährigen Brief geöffnet habe: mein Riester hat im vergangenen Jahr 600 € Miese gemacht! Wie geht das bitte? Ganz einfach. Grob erklärt funktioniert eine Riesterrente in etwa so: Sinkt eine Aktie, so muss die Riesterrente diese Aktie bei einer gewissen Schwelle verkaufen. Einkaufen kann man sich aber ja erst wieder wenn es nach oben geht. Was in der Regel aber natürlich oberhalb der Verkaufsschwelle liegt. Und voila: unser Verlust.

Was mache ich jetzt mit meiner Riesterrente?

Das wusste ich bereits zuvor. Das sich dies aber so eklatant auswirkt, damit habe ich nicht gerechnet. Was mache ich also jetzt?

Eine Sache die ich mit Sicherheit sagen kann: Hätte ich die Wahl, ich würde definitiv keine Riesterrente mehr abschließen!

Meine Überlegung ist jetzt wie folgt: Was ich ja bereits auch schon in meinem letzten Riesterrenten Post geschrieben habe: es ist eine gewisse Sicherheit gegen Arbeitslosigkeit etc. Die Frage die ich mir jetzt also stellen muss: ist mir dieses mehr an Sicherheit (100% Sicherheit gibt es ja nicht) wirklich so viel Geld wert oder nicht?

Wenn ich meine Riesterrente jetzt auflösen möchte, dann bekomme ich nur das eingezahlte Geld, minus natürlich das was die Riesterrente verzockt hat und natürlich die horenden Kosten für diesen aktiv gemanagten Quatsch. Die ganzen staatlichen Zuschüsse muss ich zurück zahlen. Im Prinzip muss ich dies als Lehrgeld verbuchen, meine Entscheidung sollte ich alleinig von meinem Standpunkt der Sicherheit aus betrachten und nicht, wie viel Geld ich damit schon verloren habe. Wenn ich die Riesterrente behalte, dann werde ich noch weiter Geld verlieren. Da bin ich mir sicher… Ist es das wert?

 

26. April 2018 von Ms. Maxi
Kategorien: Finanzen, Investieren | Schlagwörter: | 2 Kommentare

Kommentare (2)

  1. Hallo Ms. Maxi,

    das „Lockmittel“ für eine Riesterrente ist die staatliche Zulage, die in 2018 auf 175€ angehoben worden ist. Ich denke, die Riesterrente an sich ist ok, allerdings sind die Produkte bzw. Verträge unbrauchbar, die seitens der Versicherungsgesellschaften daraus kreiert worden sind. Die gut gemeinte Möglichkeit fürs Alter vorzusorgen ist lediglich eine Subvention der Versicherungsgesellschaften.

    Ein kleines Goodie für schlechte Zeiten gibt es allerdings: Die Riesterrente ist pfändungssicher (siehe BGH-Urteil aus 2017).

    Kannst du beeinflussen, zu welchem Teil und in welche Fonds, Anleihen, etc. dein dort eingezahltes Geld angelegt wird oder bist du völlig „ausgeliefert“? Vielleicht kannst du die Situation zu deinen Gunsten verbessern. Hast du einen Anbieterwechsel in Betracht gezogen?

    Viele Grüße

  2. Hallo Danny,

    Danke für deinen Kommentar zu diesem leidigen Thema!
    Das stimmt, die Staatliche Zulage ist das Lockmittel das die Versicherungsindustrie nutzt um uns dazu zu bringen Riesterrenten abzuschließen. In gleichem Atemzug mit „Vorsorgelücke“.
    Leider ist schon das Konstrukt der Riesterrente ziemlich verhunzt worden, und die Versicherungsbranche hat sein übriges dazu getan. Jetzt sind die Produkte so kompliziert geworden, dass kein Anleger mehr durch steigt. Und die Berater auch nicht mehr…

    Ja, das stimmt. Es gibt mehrere Vor- aber auch einige Nachteile. Die habe ich bereits in meinem Blogpost vom November 2016 angeführt, und auf der Liste steht auch die Pfändungssicherheit: http://msmaxi.com/2016/11/riesterrente-ja-oder-nein/

    Nein, ich bin meinem Anbieter leider komplett ausgeliefert. Und die Kosten sind sehr hoch. Aber du hast Recht, einen Anbieterwechsel habe ich bisher noch nicht in Betracht gezogen. Das muss ich mir noch mal näher ansehen.

    Liebe Grüße
    Ms. Maxi

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