Mein erstes Jahr an der Börse

Finanzen by Chris Li - unsplash

Wall Street by Chris Li – unsplash

Genau heute vor einem Jahr habe ich angefangen an der Börse zu investieren. Davor habe ich mich schon mit P2P Krediten versucht, habe dieses Experiment aber nach einem Jahr abgebrochen. Mir hat es nicht gefallen. Es gibt zu viele Menschen, die die Kredite nicht zurück zahlen, das hinterlässt einfach ein ungutes Gefühl. Doch wie war es an der Börse?

Die Vorbereitung

Nachdem ich mich über ein Jahr in die verschiedenen Themen eingelesen habe, fühlte ich mich bereit mit meinem Wissen eine Strategie aufzustellen. Was die Strategie haben sollte:

  • Simpel: Sie sollte einfach zu verstehen und durchzuführen sein
  • Günstig: Sie sollte mich nicht viel kosten sie zu implementieren
  • Flexibel: Sie sollte erweiterbar sein

Deshalb habe ich mich auf eine 2-ETF Strategie festgelegt. Es hätte natürlich auch eine 1-ETF Strategie sein können, dann wäre sie noch einfacher gewesen. Aber ich habe Spaß daran und möchte gerne etwas weiter diversifizieren. Ich habe dafür einen ETF MSCI World und einen ETF Emerging Markets ausgewählt. Damit bin ich sehr breit aufgestellt. Doch erfüllt diese Strategie auch meine Wunscheigeschaften?

  • Simpel: Es sind nur 2 ETFs, ein Rebalancin ist mit Hilfe von Excel einfach durchzuführen.
  • Günstig: der TER (Total-Expense-Ratio) liegt bei ca. 0,2%, ist dementsprechend für einen Fonds sehr günstig
  • Flexibel: Ich kann jederzeit weitere ETFs hinzufügen. In Zukunft möchte ich ebenfalls in Bonds einsteigen und eine 3-ETF Strategie fahren. Theoretisch kann ich auch auf einen neuen ETF wechseln und den „alten“ einfach bestehen lassen. Dann steigt jedoch auch die Komplexität meines Portfolios mit der Zeit an.

Die Depot Eröffnung

Nachdem ich die Strategie festgelegt habe, sah ich mich nach einem Bank-Anbieter für Depots um. Es gibt hier viele ähnliche Anbieter, sodass man die Konditionen gut vergleichen kann. Natürlich weiß ich, dass sich die Konditionen ständig ändern können, aber zum Zeitpunkt der Entscheidung fand ich für mich die ING-Diba am geeignetsten. Warum?

  • Auf bestimmte ETFs, die ich zufällig genau ausgewählt habe, fallen keine Order Gebühren an. Ich kann sie also ohne weitere kosten erwerben
  • 75 € Willkommensgruß: Ich erhielt 75 € als Begrüßungsgeld, da ich in den ersten 6 Wochen mehr als 5.000 € angelegt habe. Das war die Voraussetzung für den Erhalt des Geldes.
  • Die ING-Diba hat auch für das Giro-Konto gute Konditionen und hat mit die höchsten Zinsen, die momentan am Markt zu finden sind. Das Giro-Konto ist kostenfrei.

Die Eröffnung an sich ging relativ unkompliziert von der Bühne: Ich habe meine Daten in das Online-Formular eingetragen und habe nach einigen Tagen die Unterlagen per Post erhalten. Die Unterlagen habe ich ausgefüllt und zurück gesendet. Anschließend wurde das Depot eröffnet und ich konnte meinen ersten Kauf tätigen. Der ganze Prozess hat ca. 2 Wochen gedauert.

Meine erste Investition

Nach den 2 Wochen quälender Warterei konnte ich mit dem investieren anfangen. Das Geld hatte ich bereits auf meinem normalen Konto liegen. Am 31.10. habe ich die ersten 3.000 € auf das ING-Diba Giro-Konto überwiesen.  Am 1.11. habe ich dann meine erste Order gegeben für: 70% MSCI World und 30% Emerging Markets. Bereits am nächsten Tag habe ich diese Fondsanteile erhalten und bin seit dem stolze Besitzerin von Fondsanteilen. Nur eine Woche später habe ich erneut 3.000 € eingezahlt und neue Orders für die beiden Fonds gegeben. Damit habe ich die 5.000 € Grenze erreicht und schon am 7.12. wurden mir die 75 € gut geschrieben. Einen ziemlich guten Erst-Ertrag!

Mein erstes Jahr an der Börse

Wie ist es so gelaufen in meinem ersten Jahr? Ich habe regelmäßig mein angespartes Geld investiert. Dabei habe ich eigentlich keine Aufteilung gemacht sondern immer in den MSCI World investiert und dann anschließend wieder einmal in die Emerging Markets, sodass ich ungefähr wieder auf meine Ziel-Allokation gekommen bin. Durchschnittlich hatte ich also das Jahr über mehr als 70% meines investierten Geldes im MSCI World ETF.

Grundsätzlich weiß ich, das die Verteilung die ich im Moment habe sehr aggressiv ist. Das liegt 1. daran, das ich zur Zeit 100% in Aktien investiert bin, und 2. dass die Volatilität (also die Kursschwankungen) vom Emerging Markets ETF höher sind als die des MSCI World. Im Fall eines Crashes kann es also sein, dass sich mein Geld wie eine Jahrmarktsattraktion verhält: im freien Fall. Nach nur einem Jahr habe ich aber noch nicht so viel Geld im Portfolio. Deshalb hoffe ich, dass ich bald ausprobieren darf wie es sich anfühlt. Denn dann weiß ich wie ich wirklich im Fall des Falles reagiere (und kann natürlich noch mehr ETF-Anteile kaufen). Ich weiß natürlich, dass es nach einem Crash immer wieder nach oben geht, aber ob diese rationale Überlegung dann nicht vielleicht doch von Emotionen überlagert wird… da kann ich mich nur wirklich 100% kennen lernen wenn ich es ausprobiere.

tl;dr / Fazit

Vor einem Jahr habe ich, nachdem ich meine Allokation vorher über einen langen Zeitraum hinweg und sorgfältig ausgewählt habe, angefangen zu investieren. Grundsätzlich ist Investieren nicht schwer. In einem der zukünftigen Posts werde ich dazu noch eine bebilderte Anleitung schreiben.

Meine Allokation sieht wie folgt aus: 70% MSCI World ETF und 30% Emerging Markets. Wenn ich neu investiere errechne ich die neue Allokation zuerst in Excel. Allerdings gehe ich eigentlich immer so vor, dass ich alles in den MSCI World stecke, und dann jedes ca. 3. oder 4. Mal in den Emerging Markets ETF investiere. Damit umfasst der MSCI World ETF meist mehr als 70%, aber das ist für mich absolut OK. Man muss es ja auch nicht übertreiben…

Es gibt allerdings noch drei Dinge, die in Zukunft anstehen bzw. gerade angegangen bin:

  1. Automatisierung: Gerade diesen Monat habe ich angefangen meine Zahlungen zu automatisieren. Anfang des Monats überweise ich einen festen Betrag per Dauerüberweisung auf mein Verrechnungs-Konto. Von dort aus muss ich dann allerdings die Order noch manuell erstellen. Damit habe ich mir aber schon mal einen Großteil der Arbeit erspart.
  2. Crash: Ich hoffe auf einen relativ zeitnahen Crash, damit ich das mal „üben“ kann wenn mein Portfolio noch nicht so riesig ist. Werde ich damit wirklich so umgehen können wie ich es mir denke?
  3. Allokation: Schon bevor ich die erste Investition getätigt habe wusste ich, dass ich später die Allokation noch einmal etwas ändern möchte. Ich möchte nämlich noch Anleihen hinzu nehmen. Wann genau, das weiß ich noch nicht und ich habe mich auch noch nicht auf einen genauen ETF fest gelegt. Auch hier möchte ich erst noch weiter überlegen bevor ich investiere.

Insgesamt macht es mir Spaß zu investieren. Ich habe ein neues Hobby gefunden. Ich lese mich durch die verschiedensten Bücher und Blogs zum Thema investieren und mache mir so meine Gedanken.

 

31. Oktober 2017 von Ms. Maxi
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