Meine Finanzen Serie: Schulden erklärt Teil 2

Geld by Didier Weemaels - Unsplash

Geld by Didier Weemaels – Unsplash

Wie versprochen kommt hier nun der 2. Teil der Schulden in der „Meine Finanzen Serie“. Den Übersichtspost mit allen bisherigen Einträgen findest du hier: Meine Finanzen Serie.

Im Teil 1 haben wir darüber geredet, welche Formen von Schulden es gibt, und ob es immer schlecht ist einen Kredit aufzunehmen. Hier möchte ich ein wenig mehr auf die mathematische Seite der Schulden eingehen.

Die gute und die schlechte Seite des Zinseszins – auf welcher Seite bist du?

Zinseszinsen sind etwas echt interessantes! Und zwar heißt das eigentlich nichts anderes, als dass sich die Zinsen vermehren. Wenn ich also beispielsweise 100€ anlege und darauf 10% Zinsen p.a. erhalte, dann habe ich nach 1 Jahr: 110€. Zinseszins heißt jetzt aber, dass ich auch auf die 10€ Zinsen im Folgejahr Zinsen erhalte. Wenn ich also 100€ für 10 Jahre bei traumhaften 10% Zinsen anlege, dann habe ich nach Ablauf der 10 Jahre stolze 259,37€! Nicht schlecht oder? Und jetzt stell dir mal den Effekt über 30 Jahre vor. Also so lange wie das Haus abbezahlt wird. Die Kurve die du in dem Diagramm siehst wird ja immer steiler, durch den Zinseszins kumuliert sich das Geld immer weiter.

Der Zinseszins

Der Zinseszins

Jetzt ist nur die Frage: auf welcher Seite stehst du? Anlegen heißt ja, dass der Anleger die Zinsen bekommt. Schulden sind aber genau das Gegenteil! Ich zahle der Bank dann die Zinsen. Wenn ich mir also heute 100€ leihe, dann muss ich der Bank in 10 Jahren 259,37€ zurück zahlen. Das heißt ich zahle 159,37€ dafür, dass ich jetzt 100€ bekomme.

Rechnen wir das mal auf ein Auto um: nehmen wir an, wir kaufen uns einen VW Passat für 27.000€. Der Zinssatz liegt bei 3,99% p.a. bei einer Laufzeit von 60 Monaten, also 5 Jahren. Ich müsste also monatlich 496,26€ zahlen, was insgesamt nach 5 Jahren 29.775,47€ macht. Für das Privileg mir einen VW Passat zu finanzieren zahle ich also 2.775,47€ und habe 5 Jahre lang monatliche Raten zu zahlen. Ganz ehrlich, ich hätte bessere Ideen die fast 3.000€ zu nutzen. Theoretisch sollten wir ausrechnen, wie die Opportunitätskosten aussehen. Nehmen wir die gleiche Laufzeit und die gleiche Verzinsung an. Jeden Monat zahlen wir 496,26€ ein. Nach 5 Jahren hätten wir 32.945,37€. Im Endeffekt kostet uns das Auto also nicht 27.000€ sondern fast 6.000€ mehr!

Zinseszinsen heißt, dass das Vermögen oder die Verschuldung exponentiell ansteigt. Das heißt, dass der Zinseszinseffekt über einen langen Zeitraum wie beispielsweise über die Dauer eines normalen Hauskredites von 30 Jahren noch einmal viel stärker ausfällt! Am Besten ist es dementsprechen vorher die genauen Kosten zu kalkulieren, und nicht nur das Preisschild.

tl;dr

Die eigentlichen Kosten der Kredite sind in den Zinseszinsen versteckt. Zinseszinsen sind etwas tolles, sobald sie für UNS arbeiten und nicht gegen uns, so wie bei den Schulden. Deshalb ist es immer ratsam vor dem Unterschreiben eines Kredites die Varianten durchzurechnen. Es ist nicht angenehm zu wissen wie viel etwas wirklich kostet, aber nur so können wir die richtigen Entscheidungen treffen! Weitere Infos über den Zinseszins gibt es hier.

Und nächste Woche dann: Wie kann ich meine Schulden abbauen?

Arbeitet der Zinseszins zu deinem Vorteil oder deinem Nachteil? Wie berechnest du Kredite?

15. Juni 2017 von Ms. Maxi
Kategorien: Allgemein, Finanzen, Schuldenabbau | Schlagwörter: | 1 Kommentar

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