Meine Finanzen Serie: Schulden erklärt Teil 1

Schulden

Kipras Štreimikis – Unsplash 

Willkommen zum 2. Post in der Reihe „Meine Finanzen Serie“. Den Übersichtspost mit allen bisherigen Einträgen findest du hier: Meine Finanzen Serie.

Schulden, ein hässliches Wort. Und doch hat heute fast jede Person Schulden. Laut dem Statistischen Bundesamt hatte der Durchschnittsbürger 2013 27.100€ Schulden. Davon 1.800€ Konsumschulden, Tendenz steigend. Das ist zwar noch nicht ganz das Niveau wie in den USA, trotzdem ist insbesondere der Anstieg der Konsumschulden gruselig genug!

Was genau sind Schulden?

Eigentlich ganz einfach: Wer mehr Geld ausgibt als er hat, der muss dieses Geld ja irgendwo her bekommen. Normalerweise in Form von Krediten von der Bank. Das sind dann die Schulden. Schulden können als ein Minus auf dem eigenen Zeitkonto gesehen werden. Ich bezahle jetzt mit Geld, welches ich erst in der Zukunft erwirtschaften werde. Ich „plündere“ quasi meine Zukunft um mir im Jetzt und Hier etwas zulegen zu können. Hört sich bescheuert an – ist es meistens auch. Denn Schulden heißen, dass mir die Sachen die ich mir mit dem geliehenen Geld jetzt kaufe, wichtiger sind als meine Zukunft.

Das Problem ist, das wir Menschen auf die sofortigen Gratifikationen ausgelegt sind. Wenn uns jemand anbietet uns jetzt 20€ oder nächstes Jahr 30€ zu geben, dann nehmen viele Personen jetzt das Geld, obwohl sie im nächsten Jahr viel mehr Geld erhalten würden. Dieses Verhalten ist schon bei Kindern zu beobachten. Reichen Personen ist gemein, dass sie eher auf die 30€ im nächsten Jahr warten würden, als die jetzige Belohnung zu erhalten. Doch das erfordert Disziplin!

Gibt es gute und schlechte Schulden?

Fragt man 3 Personen zu diesem Thema, dann bekommt man 4 verschiedene Antworten. Schulden sind erst einmal per se immer als schlecht anzusehen. Der Schuldner leiht sich Geld zu einem Preis: 1. ist dieses Geld der Zukunft entliehen, dass heißt, es steht im später nicht mehr zur Verfügung, und 2. werden Zinsen fällig.

Trotzdem macht es manchmal Sinn, einen Kredit aufzunehmen. Was jedoch meiner Meinung nach überhaupt keine Rechtfertigung für einen Kredit gibt: Konsumkredite! Wenn ich mir den tollen Flachbildfernseher nicht leisten kann, dann kann ich mir den einfach nicht kaufen PUNKT! Oder des Deutschen liebstes Spielzeug: Das Auto. Durchschnittlich gib ein Deutscher 27.000€ für einen Neuwagen aus. Und – ratet mal – na klar, finanziert. Auch hier denke ich: Wenn ich mir die 27.000€ nicht leisten kann, dann kann ich mir das Auto eben nicht kaufen, sondern muss eben noch 2 Jahre mehr sparen.

Daneben gibt es natürlich auch noch andere Typen von Krediten: Beispielsweise Studienkredite. Das ist schwierig zu beurteilen. Insgesamt ist es meiner Meinung nach immer gut in die eigene Bildung zu investieren, die hat man nämlich immer. Egal ob die Welt zusammen bricht oder nicht, die Bildung kann einem niemand weg nehmen. Auf der anderen Seite sollten erst alle anderen möglichen Formen ausgeschöpft werden bevor ein Studienkredit genutzt wird. Und wenn doch, dann nur mit einem Plan, wie die Schulden möglichst schnell wieder zurück gezahlt werden können.

Ein weiterer Klassiker ist der Kredit beim Hauskauf. Ich denke fast niemand hat so viel Geld auf der hohen Kante liegen, dass er/sie das Haus in Bar bezahlen kann. Und selbst wenn das doch möglich ist, ist es in diesem Fall eventuell trotzdem sinnvoll das Haus zu finanzieren. Wieso? Das hat mehrere Gründe:

  1. Oportunitätskosten: Wenn ich das Geld investiere, dann kann ich bessere Renditen einfahren, als wenn ich das Geld in das Haus stecke
  2. Liquidität: Das Geld ist im Haus gebunden. Ich kann nicht mal eben ein Fenster verkaufen, um ein kostenspieliges medizinisches Unterfangen o.ä. durchzuführen.

Wie bei jeder größeren Anschaffung sollte sich der Häuslebauer aber wirklich durch kalkulieren was sinnvoller ist. Und vor allen Dingen: Nur weil die Banken jedem viel Geld leihen, muss das Geld nicht auch genommen werden. Es sollte bei Krediten immer darauf gedacht werden, dass man diese Kredite dann auch wirklich zurück zahlen kann.
Das sehe ich gerade auch hier vor Ort. Die Bank macht die Werbung: Bei den niedrigen Zinsen können Sie sich auch das größere Haus leisten!
Jetzt ja. Und wenn dann refinanziert werden muss? Schwierig!

Businesskredite sind die letzte Kategorie, die uns selber natürlich nicht so häufig tangieren. Wenn diese Kredite richtig und gut genutzt werden, so erlauben sie es einem Unternehmen schneller zu wachsen. Allerdings ist hier natürlich dann auch das Risiko größer, dass sich der Vorteil ins Nachteil verkehrt und die Firma an dem Kredit zugrunde geht.

tl;dr

Schulden ist Lebensenergie, die ich mir von meinem zukünfigen Ich leihe. Lebensenergie die ich ausgegeben habe, kommt nicht mehr zurück. Egal ob es bereites in Form von Geld oder Krediten erfolgt. Deswegen sind Schulden immer mit Vorsicht zu genießen. Ob es nun gute und schlechte Schulden gibt, darüber lässt sich streiten. Fest steht nur, dass beispielsweise Konsumkredite eine wirklich schlechte Idee sind. Ob andere Kredite gut oder schlecht sind: es gibt immer 2 Seiten der Medaille. Jeder muss selber entscheiden, welche Seite nach oben zeigt…

Leider ist der Post jetzt schon ein wenig lang geworden, deshalb gibt es nächste Woche mehr zum Thema Zinseszins.

Was denkst du, gibt es gute und schlechte Schulden?

09. Juni 2017 von Ms. Maxi
Kategorien: Allgemein, Finanzen, Schuldenabbau | Schlagwörter: | 1 Kommentar

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