Crash und Krisen: Angst vor der Zukunft?

Crash - Photo by Kento Iemoto on Unsplash

Crash – Photo by Kento Iemoto on Unsplash

Durch den langen Bullenmarkt sind viele private Anleger verunsichert. Sollte ich investieren oder auf einen Crash warten? Mit diesem Artikel möchte ich einige Fragen zu Crashs und Krisen ansprechen, die mir in der letzten Zeit immer wieder aufgefallen sind:

Es muss doch bald wieder ein Crash kommen, sollte ich nicht lieber warten?

Das haben die Anleger bereits 2014 angefangen zu fragen. Und seit dem ist die Börse noch einmal rasant angestiegen! In den letzten 3 Jahren hat der MSCI World Index beispielsweise über 36% Rendite eingefahren. Das hätte ein Anleger der auf den Crash wartet verpasst!

Wir wissen einfach nicht wann ein Crash kommt. Market-Timing funktioniert nicht! Es macht also keinen Sinn an der Seitenlinie auf einen Crash zu warten von dem wir nicht wissen wann er kommt. Es ist wichtig seine Risikotoleranz zu kennen. Es ist also ratsam zu überlegen wie viel „Verlust“ man auf dem Papier sehen kann, bevor man Panik bekommt und die Verluste dann auch wirklich realisiert. Wenn ich also eine 50%/50% Aufteilung (50% Aktien und 50% Tagesgeld z. B.) habe, es dann zu einem Crash am Aktienmarkt kommt und der Kurs um 50% nachgibt, dann reduziert sich der Wert meines Portfolios nur auf 75%. Das ist die Macht des Risikoarmen Anlageteils eines Portfolios. Das ist keine Magie, diese Sicherheit wird einfach mit weniger Rendite bezahlt. Das kennen wir ja bereits, entweder wenig Risiko oder viel Rendite, beides zusammen klappt leider nicht…

Das 21. Jahrhundert ist viel unstabiler und schnellebiger als das 19. und 20. Jahrhundert

Unsere Welt verändert sich. Und zwar schneller als je zuvor in der Geschichte der Menschheit. Unstabiler ist sie aber nicht. Wir leben in den sichersten Zeiten die es jemals gegeben hat. Wir haben weniger Kriege als früher – durch die Globalisierung kommt es uns aber so vor, als wären es mehr geworden. Wir bekommen einfach nur mehr Informationen als früher.

Schnellebiger ist unsere Zeit aber in der Tat geworden. Früher gab es eine Mode im ganzen Jahrhundert, heute haben wir 24 Kollektionen im Jahr. Es ist verdammt viel schneller geworden! Warum? Es tritt langsam eine Sättigung ein. Wir haben einen Wohlstand erreicht, wir haben alles was wir zum Leben benötigen. Deshalb ist Werbung in dieser neuen Zeit auch so wichtig: es müssen neue Wünsche erschaffen werden die wir bisher noch gar nicht kannten, um mehr Produkte vertreiben zu können. Das Problem ist aber, das die Märkte immer gesättigter sind. John C. Boggle, der Begründer der Indexfonds, hat deshalb die Prognose herausgegeben, dass die nächsten Jahre voraussichtlich nicht so renditestark sein werden wie die letzten Jahrzehnte. Er rechnet einfach damit, dass das Wachstum sich in Zukunft verlangsamt.

Der Euro-Raum schwächelt aber

Ich bin auch der Meinung, dass der Euro-Raum instabil ist. Seit der Finanzkrise hat die EU daran gearbeitet unser Finanzsystem stabiler zu machen. Basel 3 wurde 2010 ins Leben gerufen wo beispielsweise die Eigenkapitalquote von Banken drastisch erhöht wurden. Es wurden Stresstests eingeführt, die die Banken durchlaufen sollen. Hier gibt es jedoch noch 2 Probleme:

  • Nicht alle Banken haben den Stresstest bestanden (*hust* Deutsche Bank *hust*)
  • Auch Basel 3 und die Stresstests haben Schwachpunkte.

Das System ist jetzt sicherer für den Fall, dass es einen ähnlichen Auslöser wie für die letzten Krisen gab. Was ist aber, wenn etwas komplett anderes der Auslöser wird? Wir können einfach nicht alles vorher sehen! Wir haben Probleme in der Euro-Zone, die wir nicht weg diskutieren können. Griechenland, Italien, Portugal … nur um einige zu nennen. Irgendwann wird uns das auf die Füße fallen.

Und was ist mit der Zukunft wenn die Arbeiten noch weiter Automatisiert werden?

Unsere Geschichte ist von Umwälzungen geprägt. Es gab die Buchpresse, es gibt das Internet, und es gibt Roboter. Es wird immer Veränderungen geben. Die Frage ist nur, wie flexibel wir sind solche Veränderungen mitzumachen. Und natürlich auch wie flexibel die Unternehmen sind diese Veränderungen umzusetzen. Einige werden es schaffen, andere werden untergehen. Es gibt jedoch auch eine lange Liste von Firmen, die schon sehr lange existieren.

Hier habe ich 2 Vorteile wenn ich Fonds auf breit gestreute Indices kaufe:

  1. Ich habe Anteile an vielen Unternehmen und bin breit gestreut. Wenn also einige Unternehmen pleite gehen, dann ist das für das Gesamtportfolio nicht so schlimm.
  2. Wenn sich unsere Arbeitswelt verändert, dann habe ich einen Anteil an den Erfolgreichen Unternehmen, die genau diese Zeichen erkannt haben. Wenn die Roboter übernehmen sollten, dann würde mir wenigstens ein Stück von einem Roboter gehören 😉

tl;dr

Ja, es gibt viele Veränderungen. Aber deshalb braucht man keine Angst vor der Börse zu haben. Denn ich sehe es mittlerweile anders herum: ich schlafe nachts besser weil ich weiß, das ich in viele verschieden Unternehmen investiere. Wenn ich mir nämlich verschiedene Zukunfts-Szenarien ansehe, dann merke ich, dass es sicherer ist zu investieren als nicht investiert zu sein.

Warum? Ganz einfach:

  1. Wenn die Börse komplett zusammen brechen sollte, dann ist unser komplettes Finanzsystem gescheitert, und dann sollten wir uns um andere Dinge Sorgen machen und nicht mehr um unser Geld.
  2. Ich habe mein Geld in Werte investiert, es liegt also in Form von Werten vor, und nicht in Form von Buchgeld, wie auf dem Tagesgeldkonto. Das heißt:
    1. Ich habe einen Inflationsschutz
    2. Wenn es zu einer Euroraum-Krise kommen sollte, dann bin ich ja zum größten Teil immer noch außerhalb Europas investiert, das heißt es trifft mein Vermögen nicht so stark.
    3. Wenn der Euro als Währung zusammen brechen sollte habe ich ja immer noch Anteile an Unternehmen, also Werte.
  3. Eine Zombie-Apokalypse wird es wohl eher nicht geben, aber die Automatisierung wird in Zukunft weiter voran schreiten. Die Gewinner werden die Personen sein, die mit der Automatisierung Geld machen. Eben auch Aktionäre…
Also, wie zu jeder anderen Zeit auch, bietet uns diese Zeit Chancen und Risiken. Klar wird ein Crash kommen. Statistisch gesehen werde ich noch mehrere Crashs in meinem Leben überstehen müssen. Die Frage ist nur wie wir da rein gehen: mit Angst oder mit Optimismus!

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20. September 2018 von Ms. Maxi
Kategorien: Finanzen, Investieren | Schreibe einen Kommentar

Der Index: Was ist der Unterschied zwischen MSCI Und FTSE?

Finanzen by Chris Li - unsplash

Finanzen by Chris Li – unsplash

Du hast keine Ahnung was die Überschrift eigentlich bedeutet? Kein Problem, das kommt gleich!

Was ist ein Index?

Ein Index wird von einer Finanzfirma herausgegeben. Bei einigen Indices ist daher auch der Firmenname im Indexnamen enthalten. Beispiele für einen Index gibt es viele. Hier in Deutschland ist beispielsweise der DAX sehr bekannt. DAX steht für den Deutschen Aktienindex und umfasst die größten 30 deutschen Firmen. Der Wikipedia Artikel über den DAX ist sehr empfehlenswert.

Außderdem gibt es noch weiter Indices wie beispielsweise den Europäischen Euro Stoxx50 (umfasst die größten 50 Unternehmen im Euro-Raum), den amerikanischen Dow Jones Industrial Average (der älteste noch bestehende Aktienindex) und viele weitere. Weiterlesen →

13. September 2018 von Ms. Maxi
Kategorien: Finanzen | Schlagwörter: | Schreibe einen Kommentar

Gesundheit: Finanzielle Freiheit als Immuntherapie

Gesundheit - Photo by rawpixel on Unsplash

Gesundheit – Photo by rawpixel on Unsplash

Geld sparen hat immense Vorteile. Selbst wenn ich noch nicht finanziell Unabhängig bin, kann ich die Vorteile genießen. Doch was hat Geld mit Gesundheit zu tun?

Geld als Stressfaktor

In meinem Post Der Streit ums Geld: Thema Nummer eins? bin ich schon näher auf Geld als Streitfaktor eingegangen. Es wird sehr häufig wegen Geld gestritten. Meistens ist zu wenig vorhanden. Doch auch wenn man viel Geld hat, kann das ein Stressfaktor sein. Denn reiche Menschen machen sich dann zum Teil sorgen, dass dieser Reichtum wieder verschwinden könnte. Es geht sogar soweit, dass manche Menschen froh sind, die Last des vielen Geldes wieder los zu sein. Das ist besonders gut an Hand der Lotto-Millionäre zu sehen. Nur wenige werden reich und bleiben es. Häufig ruiniert das viele Geld die Beziehungen zum Lebenspartner, Kindern und Freunden.

Doch wie kommt es, dass viele Personen von Geld – egal ob es nun da ist oder nicht – gestresst werden und andere nicht? Es gibt meiner Meinung nach 2 Unterschiede: Weiterlesen →

06. September 2018 von Ms. Maxi
Kategorien: Finanzen, Philosophie | Schreibe einen Kommentar

Warum ich keine Minimalistin werde

Minimalismus

Minimalismus von Unsplash

Minimalismus ist für mich ein Tool um damit gewisse Ziele zu erreichen. Dennoch sehe ich mich nicht als Minimalistin. Warum?

Minimalismus – Was ist das?

Spätestens seitdem Marie Kondo mit ihrer Konmari Methode in Deutschland für Wirbel gesorgt hat geht es darum möglichst minimalistisch zu leben. Es gibt Menschen die mit weniger als 100 Sachen leben und damit auch glücklich sind. Der Artikel soll jedoch nicht darin ausarten zu erklären was Minimalismus ist, sondern vielmehr verstehen was dahinter steckt, wie man dazu kommt und was es für Vor- und Nachteile gibt. Schlussendlich führt dies geradezu auf den Punkt hin, warum ich keine Minimalistin bin. Weiterlesen →

23. August 2018 von Ms. Maxi
Kategorien: Minimalismus, Philosophie | 4 Kommentare

Der Streit ums Geld: Thema Nummer eins?

Streit - Photo by Hermes Rivera on Unsplash

Streit – Photo by Hermes Rivera on Unsplash

Ich höre immer wieder, dass das Thema Geld der größte Streit- und Scheidungsfaktor in einer Beziehung ist. Um da mal Licht rein zu bringen habe ich mir ein paar Statistiken zum Thema Geld und Streit angesehen.

Gehen Beziehungen wirklich an Geld zugrunde?

Grundsätzlich ist es ja so, dass Geld den Charakter einer Person verstärkt. Wenn eine Person also viel Geld hat, dann wird diese Person nicht wegen dem Geld zum Arschloch, sondern er war es schon vorher. Geld verstärkt nur die bereits vorhandenen Tendenzen. Weiterlesen →

16. August 2018 von Ms. Maxi
Kategorien: Finanzen, Philosophie | 1 Kommentar

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